Gericht entscheidet Besuchsrecht der Kinder gilt auch in Corona-Zeiten

Die Empfehlung, soziale Kontakte wegen Corona m?glichst zu vermeiden, bezieht sich nicht auf die Kernfamilie – das getrennt lebende Elternteil darf sein Kind also sehen!
Die Empfehlung, soziale Kontakte wegen Corona m?glichst zu vermeiden, bezieht sich nicht auf die Kernfamilie – das getrennt lebende Elternteil darf sein Kind also sehen!Foto: Getty Images

Die Kontaktbeschr?nkungen in der Corona-Krise stellen keinen Grund dar, seine Kinder nicht sehen zu dürfen, wenn die Eltern getrennt leben! Das legte das Oberlandesgericht Frankfurt (OLG, Az. 1 WF 102/20) fest.

Nach einem Beschluss des OLG darf der gerichtlich festgelegte Umgang nicht ohne Entscheidung des Familiengerichts unter Hinweis auf die Kontaktbeschr?nkungen untersagt werden.

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Folgendes war passiert: Die Eltern eines Jungen (10) hatten vor dem Familiengericht im August 2018 geregelt, wer das Kind wann sehen darf. Dem Vater wurden Wochenendbesuche sowie gemeinsame Zeit in den Ferien zugestanden. Das Kind lebt bei der Mutter.

Ende M?rz setzte die Mutter die Besuche aus. Im Haushalt leben Corona-Risikogruppen, die Gro?eltern. Der Vater k?nne mit dem Kind telefonieren und es auf dem Balkon sehen.

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Der Vaters stellte Ende Mai beim Familiengericht einen Antrag wegen Versto?es gegen das Besuchsrecht. Ein Ordnungsgeld gegen die Mutter wurde festgelegt. Die Beschwerde der Mutter dagegen hatte jetzt vor dem OLG keinen Erfolg.

Die Mutter sei ohne Einverst?ndnis des Vaters grunds?tzlich nicht befugt, das Besuchsrecht zu disponieren, hei?t es in einer OLG-Mitteilung.

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Das Bundesjustizministerium habe darauf hingewiesen, dass das Umgangsrecht aufgrund der Corona-Pandemie nicht auszuschlie?en sei. Die Empfehlung, soziale Kontakte m?glichst zu vermeiden, beziehe sich nicht auf die Kernfamilie.

Der Umgang zwischen dem nicht betreuenden Vater und dem Kind geh?re zum absolut notwendigen Minimum zwischenmenschlicher Kontakte, teilte das OLG mit.

Auch der Verweis der Mutter auf eine freiwillige Quarant?ne wegen einer eigenen Vorerkrankung und dem Alter der im Haus lebenden Gro?eltern sei ohne Erfolge geblieben.

?Die Entscheidung, das Kind ebenfalls einer freiwilligen Quarant?ne zu unterstellen, h?tte von den Eltern gemeinsam im Rahmen ihrer Sorgerechtsbefugnis getroffen werden müssen.“