Ausgerechnet für Rassismus-Umfrage UN fragt Mitarbeiter, ob sie ?gelb“ sind

Entschuldigt sich Guterres für den peinlichen Skandal?

Das Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York City
Das Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York CityFoto: dpa

Gelbe Gesichter verbindet die Welt seit etlichen Jahren mit den Simpsons – l?ngst nicht mehr mit Asiaten.

?Gelb“ war die rassistische Bezeichnung von Ostasiaten. Es war ein Abgrenzungsversuch der ?Wei?en“ aus dem 18.?Jahrhundert, der Ende des 19.?Jahrhunderts in Europa politisiert wurde (?gelbe Gefahr“), aber so meinungspr?gend war, dass Asien noch im 20.?Jahrhundert wie selbstverst?ndlich der gelbe Ring im Symbol der Olympischen Spiele zugeordnet wurde (1913).

Ausgerechnet bei den Vereinten Nationen und ausgerechnet in einer Rassismus-Umfrage offenbart sich nun ein Menschenbild auf dem Stand von vor 100?Jahren: Bevor die Mitarbeiter Fragen über Rassismuserfahrungen beantworten sollen, wurden sie nach ihrer Selbsteinstufung gefragt. Eine Wahlm?glichkeit: gelb.

Als h?tte sich noch nicht bis in die Zentrale der V?lkergemeinschaft in der Weltstadt New York herumgesprochen, dass Asiaten sich selbst niemals in der Geschichte als ?gelb“ bezeichnet haben.

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Initiator der Umfrage: António Guterres

Die ?UN-Rassismus-Erhebung“ wurde am Mittwoch per Mail an Tausende Mitarbeiter verschickt. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters war sie Teil einer ?Kampagne zur Ausrottung des Rassismus und zur F?rderung der Würde“, initiiert von UN-Generalsekret?r António Guterres pers?nlich.

Neben ?gelb“ wurden den Umfrageteilnehmern als Kategorien schwarz, braun, wei?, gemischtrassig und andere angeboten. Offenbar war immerhin bis New York durchgedrungen, dass der Begriff ?roth?utig“, speziell im Zusammenhang mit Amerikas Ureinwohnern, ein rassistisches Erbe ist, sodass sich sogar das NFL-Team der ?Washington Redskins“ gerade umbenennt.

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UN-Generalsekret?r Antonio Guterres steht wegen des Rassismus-Affronts in der Kritik seiner Mitarbeiter
UN-Generalsekret?r António Guterres steht wegen des Rassismus-Affronts in der Kritik seiner MitarbeiterFoto: Li Muzi / dpa

Die Vereinten Nationen zogen die Notbremse, nahmen die Umfrage offline – wegen ?legitimer Bedenken“, wie ein Sprecher einr?umen musste.

?Die Frage ist zutiefst beleidigend, und es ist schwer erkl?rbar, wie in einer so vielf?ltigen, diversen Organisation wie den Vereinten Nationen diese Frage in einer Umfrage zur Ver?ffentlichung genehmigt werden konnte“, sagte ein UN-Mitarbeiter unter der Bedingung der Anonymit?t.

?Wir erkennen die Notwendigkeit an, diese Kategorien mit gr??erer Sensibilit?t zu formulieren, und werden unverzüglich Schritte unternehmen, um dies zu korrigieren“, sagte der UN-Sprecher.

In Deutschland weckt dieser Umgang mit rassistischen Begriffen Erinnerungen an eine Rede des ehemaligen EU-Kommissars für digitale Wirtschaft und Gesellschaft Günther Oettinger (CDU) im Oktober 2016. Der hatte vor rund 200 geladenen G?sten des ?Europa Abend“ des AGA Unternehmerverbands Chinesen als ?Schlitzohren und Schlitzaugen“ bezeichnet, die das Gesch?ft machen, wenn Europa keine Freihandelsabkommen zustandebringen k?nne. Dafür entschuldigte er sich umgehend.