+++ Corona-Gipfel im Kanzleramt: Diese Versch?rfungen drohen uns im Herbst +++ ?ffi-Streik in Deutschland: Hier kommt es zum Verkehrschaos +++ Nach Wagner-Rauswurf: Wer wird neuer Trainer auf Schalke?

Er soll Spenden für Mauerbau veruntreut haben Trumps Ex-Chefstratege Steve Bannon festgenommen

Galionsfigur der radikalen Rechten in den USA, Trump-Chefberater – und jetzt im Visier der Staatsanwaltschaft!

Der frühere Trump-Berater Steve Bannon (66) ist am Donnerstag nach einer Betrugsanklage in New York festgenommen worden.

Die New Yorker Staatsanwaltschaft wirft ihm und drei weiteren Personen vor, Geld aus einer Online-Spendenaktion für den Bau der Mauer an der Grenze zu Mexiko unrechtm??ig verwendet zu haben. Die Kampagne unter dem Namen ?We Build the Wall“ (Wir bauen die Mauer) habe mehr als 25 Millionen Dollar von ?hunderttausenden“ Spendern bekommen.

Dieses Geld sollte, so lautete Bannons Versprechen, zu 100 Prozent in den Mauerbau flie?en. Stattdessen habe Bannon jedoch mehr als eine Million Dollar abgezweigt, einiges davon an einen der Mitangeklagten weitergeleitet – und ?hunderttausende Dollar“ für ?pers?nliche Ausgaben“ genutzt, teilte Staatsanw?ltin Audrey Strauss mit.

Laut Anklageschrift, aus der die Nachrichtenagentur AP zitiert, f?lschten Bannon und seine Komplizen unter anderem Rechnungen, um ihre Aktivit?ten zu vertuschen.

Lesen Sie auch

Bannon geh?rt zu den einflussreichsten Stimmen im ultra-konservativen Lager der US-Politik. Er war eine Zeit lang Chefstratege von US-Pr?sident Donald Trump, galt als Strippenzieher im Hintergrund – mit einem Hang zu faschistischen Denkern wie Julius Evola (1898-1974).

Auch Interessant

In der Schlussphase des Wahlkampfs 2016 stie? der damalige Boss des Rechtsau?en-Portals ?Breitbart“ zu Trumps Team, verlieh ihm den n?tigen Schub, um zu gewinnen. Anschlie?end holte Trump ihn ins Wei?e Haus, schmiss ihn nach einem Zerwürfnis im August 2017 wieder raus.

Der Bau einer Mauer zu Mexiko ist eines der Kernthemen von US-Pr?sident Donald Trump. Im Juli 2019 besuchte Bannon einen Grenz-Abschnitt in New Mexico
Der Bau einer Mauer zu Mexiko ist eines der Kernthemen von US-Pr?sident Donald Trump. Im Juli 2019 besuchte Bannon einen Grenz-Abschnitt in New MexicoFoto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Bannon war danach auch mit rechtspopulistischen Parteien in Europa in Kontakt. Im vergangenen Jahr scheiterten seine Pl?ne, ein altes Kloster unweit von Rom in eine Akademie für Rechtspopulisten zu verwandeln. Im Frühjahr 2018 hatte sich die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alice Weidel, mit Bannon getroffen.

Dem Nachrichtensender CNN zufolge gab es von Bannons Anwalt zun?chst keine Reaktion auf die Anklage. Bannon drohen bis zu 20 Jahre Haft.

Trump erkl?rte, er habe von Bannons Spenden-Kampagne für die Grenzmauer ?nichts gewusst“. Er habe ?seit sehr langer Zeit“ keinen Kontakt mehr zu seinem Ex-Chefstrategen gehabt, fügte er vor Journalisten im Wei?en Haus hinzu. Die Angelegenheit sei ?eine sehr traurige Sache“.

Ex-Mitarbeiter von Trumps Wahlkampfteam 2016 im Knast – infoBild Grafik