Um die Prüfer zu t?uschen Wirecard-Betrüger Marsalek setzte Schauspieler ein

Um die Erfolgskulisse von Wirecard aufrechtzuerhalten, schien Vorstand Jan Marsalek so weit zu gehen, Schauspieler einzusetzen –?sie mimten Bankangestellte
Um die Erfolgskulisse von Wirecard aufrechtzuerhalten, schien Vorstand Jan Marsalek so weit zu gehen, Schauspieler einzusetzen –?sie mimten Bankangestellte Foto: Wirecard

Neue Details im Wirecard-Skandal: Nach und nach wird deutlich, wie ausgeklügelt der Finanzdienstleister die Wirtschaftsprüfer t?uschte.

Um die Fassade von Erfolg aufrechtzuerhalten, soll der mittlerweile untergetauchte, ehemalige Wirecard-Vorstand Jan Marsalek (40) sogar Schauspieler und Kulissen eingesetzt haben. Sie sollten vort?uschen, Bankangestellte zu sein, die best?tigen, dass Wirecard 1,9?Milliarden Euro auf einem Treuhandkonto in den Philippinen besitzt.

Das ?manager magazin“ z?hlt auf, wie weit die Scharade gegangen sein soll. Dem Magazin liegen unver?ffentlichte Papiere aus den internen Ermittlungsberichten der Prüfungsgesellschaften KPMG und EY vor –?also der Unternehmen, die Wirecard in die Irre geführt hatte.

Marsalek wird von Interpol gesucht, philippinische Einwanderungsbeamte sollen seine Reiseunterlagen gef?lscht haben.

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Prüfer von KPMG waren auf die Philippinen gereist, um sich die Treuhandkonten der Banken BDO Unibank und Bank of the Philippine Islands best?tigen zu lassen. Diese Best?tigung bekamen sie auch –?von Leuten, die nur vorgaben, für diese Banken zu arbeiten! Ebenso wurden EY-Prüfer im April per Videokonferenz in die Irre geführt –?vermutlich auch wieder von Schauspielern, die Marsalek angeheuert hatte.

EY geht davon aus, dass teilweise echte Bankangestellte bestochen wurden, aber auch, dass es sich bei Zweigstellen der Banken, die den Prüfern gezeigt wurden, um Kulissen gehandelt habe. Ziel der Inszenierung: Den Prüfern glaubhaft zu machen, dass die Wirecard-Konten und -Einlagen existierten. Dabei ging es um ein Viertel der gesamten Bilanzsumme des Unternehmens?…

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Erst als die EY-Prüfer anfingen, ihre Gespr?chspartner in den sozialen Netzwerken zu suchen, aber keine passenden Eintr?ge fanden, sollen sie der Farce auf die Spur gekommen sein. Komplett eingestürzt ist das Betrugssystem erst, als sich die Prüfer in den Zentralen der Banken und nicht mehr nur in Niederlassungen erkundigten.

Für die EY-Prüfer unprofessionell: Sie hatten nie Originaldokumente angefordert, gaben sich über lange Zeit immer mit Kopien oder Screenshots zufrieden.